Vorträge und Lesungen
SCHRÖM /THIELE: Die Sprengung (21.05.2026)

Die Autoren Oliver Schröm und Ulrich Thiele im Interview
Euer Buch ist das erste über den Nord-Stream-Anschlag. Was erwartet die Leser:innen?
Unser Buch ist ein Korrektiv. Das, was bislang bekannt ist, ist nur ein Teil der Geschichte. Vieles ist verkürzt, manches irreführend oder einfach falsch. Wer das Buch liest, wird die Sabotage und ihre Hintergründe mit anderen Augen sehen. Die Leser erwarten auch bittere Enthüllungen über die Russland- und Ukraine-Politik des Kanzleramts unter Olaf Scholz.
Wie habt ihr recherchiert?
Wir haben mit mehr als 100 Personen gesprochen: ehemalige Regierungschefs, Minister, Spitzenbeamte, Ermittler, Geheimdienstmitarbeiter – in Europa und den USA. Viele haben uns nicht nur ihre Erinnerungen anvertraut, sondern interne Dokumente, E-Mails, Chatverläufe und persönliche Aufzeichnungen. Am Ende standen mehrere Tausend Seiten Material.
Gab es einen Moment, der euch besonders in Erinnerung geblieben ist?
Ja. Für Gespräche mit zwei Drahtziehern der Sprengung und einem Tatbeteiligten sind wir nach Kyjiw gereist.
Wie lief das Treffen ab?
Ein unscheinbarer Altbau im Zentrum der Stadt. Ein wortkarger Mann öffnete, führte uns durch einen dunklen Empfangsraum in ein schummriges Büro. Schwerer Tisch, gedimmtes Licht, Vorhänge zugezogen – es war fast schon eine Agentenfilm-Persiflage. Der Hintergrund war allerdings real: Wegen der russischen Angriffe musste der Strom rationiert werden. Das Gespräch begann frostig. Die Hintermänner waren misstrauisch, wollten lieber über andere Themen reden. Wir wussten, dass wir irgendwann die entscheidenden Fragen stellen mussten – und waren auf alles gefasst. Doch dann drehte die Stimmung. Und sie erzählten.
Gab es einen echten Durchbruch bei euren Recherchen?
Mehrere. Einer davon: Innerhalb von 72 Stunden bestätigten uns hochrangige Quellen in den USA und der Ukraine unabhängig voneinander, dass die CIA frühzeitig über den Plan zur Sprengung informiert war.
Wie früh?
Ende April 2022 – rund sechs Monate vor der Explosion – nahmen Hintermänner der Sabotage Kontakt zu CIA-Verbindungsleuten auf. Nach unseren Recherchen sagte die CIA ihre Unterstützung zu. Wir können detailliert rekonstruieren, wie diese Kontakte zustande kamen und was vereinbart wurde.
Und welche Rolle spielt Berlin?
Das Kanzleramt unter Olaf Scholz spielt eine zentrale Rolle in unserem Buch. Wir veröffentlichen bislang geheime Informationen und Dokumente und zeichnen nach, was sich hinter den Kulissen abspielte.
Wir bewerten nicht, wir rekonstruieren. Aber vermutlich werden sich viele Leser:innen fragen, ob die Ukraine-Politik von Olaf Scholz – vielleicht sogar seine Kanzlerschaft insgesamt – neu eingeordnet werden muss.
Quelle: https://www.piper.de/buecher/die-sprengung-isbn-978-3-492-07509-1, abgerufen 15.04.2026
PROF.DR. ROLF DRECHSLER: Künstliche Intelligenz verstehen (12.05.2026)
Künstliche Intelligenz - „alle Welt“ spricht darüber, aber nur wenige können einschätzen, was diese „KI“ für uns bedeutet. Man erfährt aus den Medien, dass Schauspieler und Filmemacher darin Fluch und Segen sehen, dass Schriftsteller darin eine Konkurrenz sehen. Man merkt bei manchen KI-basierten Internetrecherchen, dass diese Intelligenz „dumm“ und fehlerhaft sein kann. Und dann sollen diese Computer irgendwann unsere Krankheiten richtig diagnostizieren?
Es gibt Experten, die die Notwendigkeit erkennen, über KI zu informieren, die dem Laien Hilfestellung darin geben, die Chancen und Risiken dieser Entwicklung einzuschätzen. Ein auf diesem Gebiet ausgewiesener „Erklärer“ ist Prof. Dr. Rolf Drechsler (57). Seit 2001 ist er Professor für Informatik an der Universität Bremen. Außerdem ist er Direktor am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Bremen und leitet dort den Forschungsbereich Cyber-Physical Systems.
Seine Stärke liegt neben der wissenschaftlichen Expertise darin, dass er das Thema für Laien verständlich und unterhaltsam aufbereitet. In Wissenschaftsforen wie „Wissen um 11“ (Haus der Wissenschaften, Bremen) oder in der Veranstaltungsreihe „Science goes public“ (unter dem Dach von „Bremerhaven - mehr erleben“) vermittelt er ebenso allgemeinverständlich wie fundiert die Komplexität des Themas.
Tatsächlich kommen KI-gestützte Anwendungen mittlerweile in vielen Berufen vor. Auch wenn sie hilfreich erscheinen, erzeugen sie die trügerische Sicherheit der richtigen Information. Damit KI künftig verlässlich und verantwortungsvoll eingesetzt werden kann, braucht sie eine wichtige Fähigkeit: Sie muss erklären können, wie sie zu ihren Entscheidungen kommt. Denn nur wenn wir nachvollziehen können, warum ein System etwas empfiehlt, können wir ihm wirklich vertrauen – und auf einer soliden Grundlage entscheiden, ob wir seinem Vorschlag folgen oder nicht.
In seinem Vortrag gibt der Referent einen verständlichen Einblick in die Entwicklung der Künstlichen Intelligenz in den letzten Jahren. Anhand alltagsnaher Beispiele zeigt er, wie moderne KI-Systeme ihre Entscheidungen heute schon erklären können – und warum das in Zukunft immer wichtiger wird.
NINA BAUCKE: Von Bremervörde bis ans "Ende der Welt" (22.01.2026)
„Der Camino beginnt an deiner Haustür“ heißt es in Spanien über den Jakobsweg. Die Haustür von Nina Baucke ist nicht in Spanien, sondern in Bremervörde. Und dennoch nimmt sie sich beruflich ein halbes Jahr Auszeit und macht sich im Juni 2025 auf die Socken: 3000 Kilometer durch Deutschland, Belgien, Frankreich und über die Pyrenäen nach Spanien auf dem Weg nach Santiago de Compostela und darüber hinaus noch ans "Ende der Welt". Zu Fuß, mit allem, was sie in den nächsten Monaten braucht, in ihrem grünen Rucksack.
Unterwegs begegnet sie gastfreundlichen Menschen, die ihre Türen öffnen, anderen Pilgern - und immer wieder sich selbst. Was auf Bauckes fünfmonatiger Wanderung alles so passiert ist, davon erzählt sie am Donnerstag, 22. Januar, um 19.30 Uhr im Ludwig-Harms-Haus. Im Gepäck hat die 44-Jährige jede Menge Geschichten und Bilder von ihrem Weg auf den Spuren des Apostels Jakobus.
AXEL PETERMANN: Die Psyche des Bösen (27.03.2026)
Axel Petermann hat als Leiter einer Mordkommission in Bremen und stellvertretender Leiter im Kommissariat für Gewaltverbrechen mehr als 1000 Fälle bearbeitet, in denen Menschen eines unnatürlichen Todes starben. 2000 begann er mit dem Aufbau der Dienststelle »Operative Fallanalyse«, deren Leiter er bis zu seiner Pensionierung 2014 war. Als Dozent für Kriminalistik lehrt er seit vielen Jahren an verschiedenen Hochschulen in Deutschland. Seit 2001 ist er Fachberater für diverse »Tatort«-Formate (u. a. Bremen, Münster, Köln) sowie für zahlreiche Dokumentar- und Nachrichtensendungen von ZDF, RTL und SAT1. Seit 2018 ist er Moderator und Fallanalytiker der erfolgreichen ZDF-Reihe »Aufgeklärt – Spektakuläre Kriminalfälle«. Auch sein Podcast »Das entscheidende Indiz«, den er seit 2023 zusammen mit Teresa Sickert veröffentlicht, erfreut sich große Beliebtheit. Er hat bereits zahlreiche Bücher veröffentlicht, die zu Spiegel-Bestsellern wurden, u. a. 2015 »Der Profiler« bei Heyne.
In seinem im Februar 2026 erscheinenden Buch aus der Reihe "Die Psyche des Bösen" ermittelt er als Profiler anhand tatsächlicher Kriminalfälle, was im Kopf der Mörder vorgeht: Was steckt hinter dem Tod einer Buchhalterin, die in einer Käserei erstochen wurde? War es die Tat eines Stalkers? Spurlos verschwand ein 13-jähriges Mädchen auf dem Weg zur Schule - es gibt zahlreiche Verdächtige, doch was geschah wirklich? Und warum wird ein Junge bereits als Kind zum Gewalttäter und später zum Mörder?
Axel Petermann widmet sich drei spektakulären Fällen und liefert erstaunliche neue Erkenntnisse. Seine Ermittlungen zeigen: Häufig werden Fälle vorschnell zu den Akten gelegt. Ein ganz besonderes Augenmerk legt er diesmal auf die Psyche der Täter. Was macht Menschen zu Mördern – und wie wählen sie ihre Opfer aus? Der renommierte Kriminalist blickt in menschliche Abgründe und kommt mit den Methoden des Profiling den Verbrechern auf die Spur. Spannender als ein Krimi und beängstigend wahr.
MARGARETE VON SCHWARZKOPF: Frankfurter Buchmesse (22.11.2025)
Die Frankfurter Buchmesse in Bremervörde - Margarete von Schwarzkopf stellt neu erschienene Bücher vor
Die Frankfurter Buchmesse ist gerade zu Ende gegangen. Wie nach jeder Buchmesse lädt der Bremervörder Kultur- und Heimatkreis zusammen mit der Buchhandlung Morgenstern die Literaturexpertin Margarete von Schwarzkopf in die Oste-Stadt ein. Sie stellt am 22.November 2025 um 17:00 Uhr im anregenden Ambiente der Buchhandlung Morgenstern ihre Buch-Empfehlungen vor.
Margarete von Schwarzkopf ist als erfahrene Journalistin, ehemalige Feuilletonredakteurin der Tageszeitung DIE WELT und langjährige Redakteurin für Literatur und Film beim NDR Hannover bekannt. Dort betreute sie unter anderem eine eigene wöchentliche Büchersendung. Sie ist Mitglied verschiedener Literaturjurys, moderiert zahlreiche Literaturveranstaltungen und schreibt selbst Bücher. Seit 2014 arbeitet sie als freie Journalistin, Autorin und Moderatorin.
In Bremervörde stellt von Schwarzkopf aus der Vielzahl der Neuerscheinungen eine lesenswerte Bücherliste vor und macht die Bücher den Zuhörerinnen und Zuhörern ebenso fesselnd wie unterhaltsam zugänglich. Auf ihrer Literaturreise ist Margarete von Schwarzkopf innerhalb kurzer Zeit zweimal im Vörder Land zu erleben. Und doch verspricht die Autorin und Journalistin zwei Veranstaltungen mit unterschiedlichen Empfehlungen. Insgesamt besteht also die Möglichkeit, ca. 30 kompetent ausgewählte Lese- und Geschenkanregungen zu erhalten - nicht nur für Weihnachten.
Matthias von Hellfeld: "Die verunsicherte Nation" (23.10.2025)
In seinem im März 2025 erschienen Buch, das mit vollem Titel "Die verunsicherte Nation - Vielfalt und Migration - eine andere Geschichte Deutschlands" heißt, wirft der Historiker und Journalist von Hellfeld einen "anderen" Blick auf das Konstrukt des Deutschen. Einführend beschreibt er auf seiner Website:
"Die Frage, wo wir Deutschen und wo die Europäer eigentlich herkommen, ist von jeher für von Forschung und Wissenschaft von großem Interesse gewesen. „Die Deutschen und ihre historische Herkunft“ ist ein Thema, das in nahezu allen denkbaren Varianten beschrieben worden ist. Die einen lassen „die Deutschen“ vor rund 1000 Jahren auf der Weltbühne erscheinen und attestieren ihnen eine „erfolgreiche Geschichte“. Die anderen stützen sich zum Beispiel auf den römischen Geschichtsschreiber Tacitus, in dessen „Germania“ der Anfang der Germanen in die Zeit der griechischen Mythologie verlegt wird. Beides ist falsch und dient allenfalls der Konstruktion von Mythen, die etwa bei Tacitus den kampfesmutigen, trinkfesten und uneingeschränkt loyalen germanischen Waldbewohner entstehen lassen. Wieder andere nutzen die Stämme der Germanen zur willkürlichen Herleitung einer „Volkskultur“, die antike Germanen und zeitgenössische Deutsche miteinander verbindet. Der Tübinger Althistoriker Mischa Meier stellt dazu treffend fest, dass dies zwar romantisch und attraktiv ist, aber dennoch jeglichem empirischen Befund widerspricht. Die Verschmelzung von „Germanen“ und „Deutschen“ zu einem über die Zeiten hinweg agierenden Volk bietet lediglich Verklärungen auf vermeintliche Heldentaten oder Ereignisse, die sich in Zeiten eines zunehmenden Nationalismus bestens instrumentalisieren lassen.
Genetisch betrachtet sind die Europäer – und damit natürlich auch die Deutschen - Produkt einer vor rund 40.000 Jahren begonnenen Wanderungsbewegung, die zigtausend Menschen auf der Suche nach Nutzflächen für Ackerbau und Viehzucht von Afrika, aus Anatolien oder der russischen Steppe nach Europa brachte. Diese Migration steht am Anfang der Geschichte des europäischen Kontinents und aller Einwohner, die er beherbergt. Von dieser Migration sind die Völker Europas in ihren Wurzeln geprägt worden. Neben der Suche nach neuen und besseren Lebensräumen verließen die Menschen ihre Siedlungsgebiete nach Unwetterkatastrophen, wegen kriegerischer Ereignisse oder weil ihre Gruppe nach einer neuen Bleibe Ausschau halten wollte. Eine lineare Entscheidungslogik schließt sich angesichts dieser Erkenntnis aus. Migration hat Europa geprägt und war für die Zeitgenossen aller Epochen eine spürbare und normale Tatsache, die mal mehr, mal weniger Probleme verursacht hat." (abgerufen 21.07.2025: https://www.geschichtsdoc.de/buecher/die-verunsicherte-nation/)
Dr. Ulrich Tholl: Wanderungen durch Geestland und Umgebung (11.09.2025)
Geestland ist sehenswert – das weiß Ulrich Tholl aus eigener Erfahrung, Um andere auf den Geschmack zu bringen, hat er während einer zweijährigen Erkundungstour seine Eindrücke mit zahlreichen Fotos festgehalten und seine liebsten Wanderrouten dokumentiert. Der Autor präsentiert 22 Touren durch Geestland, die als Anregung zum eigenen Erkunden der Landschaft dienen sollen. Wegbeschreibungen sowie QR-Codes zu den Wanderkarten helfen bei der Orientierung. Einige Wege führen über die Region Geestland hinaus, wie die Wattwanderung nach Neuwerk, der Elbe-Weser-Wanderweg von Bremerhaven bis in die Wingst oder die Route entlang der Küste von Weddewarden bis Cuxhaven. Es ist ein Buch zum Staunen und Entdecken, das gemütlich im Sessel gelesen und als Grundlage für einen Wanderausflug genutzt werden kann – ob allein oder mit anderen, Inspiration kommt bestimmt.
Dr. Ulrich Tholl ist als Arzt tätig, unter anderem in Bremerhaven, Cuxhaven, Nordenham und aktuell in Westerstede. Mit den Themen Fotografie und Wandern befasst er sich seit seiner Jugend. Das Buch ist im Kellner Verlag erschienen.
Dr. Henning MÜLLER: Nationalsozialismus im Elbe-Weser-Raum (1918-33) (07.05.2025)
Müllers Buch über die „Völkische Bewegung“ und den Aufstieg des Nationalsozialismus im Elbe-Weser-Raum von 1918 bis 1933 ist in der Schriftenreihe des Landschaftsverbandes Stade erschienen. Es gibt einen tiefen Einblick in die Ursachen, Mentalitäten und krisenhaften Entwicklungen, die zum Scheitern der ersten deutschen parlamentarischen Demokratie und zur Etablierung der nationalsozialistischen Diktatur führten. Gegründet in der Stunde der deutschen Niederlage im Ersten Weltkrieg und des Unterganges der Monarchie, war die „Weimarer Republik“ von Anfang an fragil und gefährdet, weil einflussreiche Gruppen der Gesellschaft sich nicht oder nur halbherzig mit dem neuen demokratischen Staat identifizierten. Exemplarisch stellt Müller dies auch für den Elbe-Weser-Raum fest, einer ländlich geprägten Region in Norddeutschland, deren politische Entwicklung in der Zeit der Weimarer Republik umfassend dargestellt wird.
Henning Müller ist Historiker und Archivar aus Ober Ochtenhausen und arbeitet im Bremervörder Kreisarchiv. Er wurde 2024 mit dieser umfassenden Studie an der Universität Hamburg zum Dr. phil. promoviert. In seinem Buch beschreibt er das weite Spektrum der überaus zahlreichen politischen Gruppierungen im Elbe-Weser-Raum in der Zeit der Weimarer Republik. Insbesondere richtet er den Blick auf das radikale rechte Lager, in dem eine fast unüberschaubare Vielzahl von Parteien, Verbündeten und Netzwerken aktiv war. Zusammen mit der Wirtschafts- und Staatskrise der späten 1920er und frühen 1930er Jahre bildete diese „völkische Bewegung“ den Nährboden für den Aufstieg der Nationalsozialisten. Müller beschreibt auf beeindruckend breiter Quellenbasis die teils kooperierenden, aber oft auch miteinander konkurrierenden völkisch-nationalistischen Organisationen und stellt ihre regionalen und lokalen Protagonisten vor. Eindrücklich schildert er, wie die bürgerlichen Parteien – darunter die in der ländlichen Region zwischen Elbe und Weser traditionell tief verwurzelte welfische Bewegung – an Rückhalt verloren und wie die NSDAP sich durch den Auf- und Ausbau ihrer Parteiorganisation sowie durch Radikalität und massive Propaganda von einer kleinen Splittergruppe zur Massenpartei entwickelte.
Klemens PÜTZ: Eine Insel, Pinguine und Mee(hr) (04.06.2025)
Klemens Pütz, geboren 1960 und wohnhaft in der Nähe von Bremervörde, ist promovierter Meeresbiologe und erforscht seit rund dreißig Jahren das Leben der Pinguine. Er ist Deutschlands einziger Pinguinforscher und wissenschaftlicher Direktor des Antarctic Research Trust. Diese Forschungsorganisation wurde im Dezember 1997 von ihm mitgegründet und hat seit ihrer Gründung auf den Falklandinseln über 30 Projekte mit Königs-, Esels-, Magellan-, Humboldt-, Dickschnabel- und Felsenpinguinen in der Antarktis und Subantarktis durchgeführt.
Die in den Forschungsprojekten gewonnenen Daten haben dazu beigetragen, Schutzgebiete in Chile, Argentinien und auf den Falklandinseln zu definieren. Ebenso haben sie mitgeholfen, die Gefährdung der Pinguine in ihren Brutgebieten, auf den Zugrouten und in den Winterquartieren dank des Aufstellens besonderer Regeln zu reduzieren. Weiter hat der ART bisher fünf Inseln gekauft. Die Inseln Rum, Brandy, Whisky und Sea Lion Easterly der Sea Lion Islands Group kaufte die Forschungsorganisation im Jahr 2004. Ziel ist es, die auf diesen Inseln noch weitgehend unberührte Natur auch so zu erhalten.
Immer wieder unternimmt Pütz die circa 15. 000 Kilometer lange Flugreise in die Antarktis – mit dem ehrgeizigen Ziel, der Erde einen kleinen Teil ihrer Ursprünglichkeit zurückzugeben. 2016 kaufte der ART von einem falkländischen Farmer die 300 Hektar große Insel Hummock. Auf ihr hat die Organisation eine kleine Forschungsstation errichtet. Ziel ist, dem von Erosion stark geschädigten Eiland so weit wie möglich sein ursprüngliches Gesicht zurückzugeben. „Flora und Fauna bekommen wieder den Platz in der Natur, den sie zum Leben benötigen“, berichtet Pütz. Dazu gehören auch Magellanpinguine und Eulen. Das angestrebte Naturparadies erhält seine strahlenden Blüten zurück. Das für die kleine Insel typische Tussockgras, das ein Alter von mehreren hundert Jahren erreicht, wird von bezahlten Freiwilligen wieder angepflanzt.
Ulrich Thiele: Nord Stream (24.04.2025)
Die Wahrheit hinter Nord Stream und wie deutsche Politiker zu Komplizen Putins wurden.
Nord Stream 2 ist Teil des russischen Angriffskrieges in Europa. Die Erfolgsmethoden: ein mächtiges Netzwerk und strategische Korruption. Deutsche Behörden hintergehen die Bundeswehr und geben geheime NATO-Daten an Gazprom weiter. SPD-Ministerpräsidenten stellen sich in den Dienst des russischen Kriegstreibers. Erstmals porträtieren die Autoren alle wichtigen Personen der Affäre und decken die geheimen Machenschaften des Kremls auf.
Jahrelang kämpft die Landesregierung in Mecklenburg-Vorpommern für den Bau der russischen Ostsee-Pipeline und stellt sich in den Dienst Putins. Ungestört baut Gazprom in Deutschland ein korruptives Netzwerk auf. Steffen Dobbert und Ulrich Thiele enthüllen besorgniserregende Zusammenhänge: Warum fließen 200 Millionen Euro aus Moskau an die deutsche Ostseeküste? Weshalb gibt eine deutsche Behörde geheime NATO-Daten an Gazprom weiter? Wieso ignoriert die Bundesregierung ukrainische Warnungen vor einer Kriegseskalation? Und sie zeigen, wie dutzende Volksvertreter sich für die Energieaußenpolitik Putins einsetzen, wie ein Ex-Spion der DDR einen folgenschweren Deal mit Gerhard Schröder und Manuela Schwesig verabredet und wie ein geheimes Schiff in der Ostsee an der Fertigstellung der Pipeline arbeitet. Sie entlarven die Strategien, mit denen Putin die EU spaltet, die Ukraine schwächt und Entscheidungsprozesse in Demokratien manipuliert.
Ulrich Thiele, geboren 1990, war Mitarbeiter beim Politmagazin Cicero. Seit Juni 2023 ist er Reporter beim Business Insider. Seine Recherchen über Nord Stream 2 ergaben, dass die Klimastiftung in Mecklenburg-Vorpommern 10 Millionen Euro Schenkungsteuer für eine Gazprom-Zuwendung schuldig war. Er enthüllte zudem, dass eine Finanzbeamtin die Steuererklärungen im Kamin verbrannt hatte.
Foto: © Lisa-Sophie Kempke/Business Insider
Am Ende zählt die Wahrheit (07.03.2025)
Eine neue Stadt, eine eigene Wohnung, ein Job – Anika, aufgewachsen als Adoptivkind in Bremervörde, zieht es nach Bremen. Mit ihrem Nachbarn freundet sie sich rasch an, und dann ist da noch Caro, in die sie sich verliebt. Die beiden unterstützen Anika bei der Suche nach ihrem leiblichen Vater. Und endlich findet sie Hinweise auf ihn. Doch dann passieren seltsame Dinge. Wieso fühlt Anika sich immer wieder beobachtet? Von wem erhält sie anonyme Anrufe? Wer dringt in ihre Wohnung ein? Dazu kommen diese wiederkehrenden Alpträume. Oder sind es Erinnerungen? Anikas Nerven liegen blank. Sie weiß nicht mehr, wem sie noch vertrauen kann. Schließlich schaltet sie die Polizei ein.
„Am Ende zählt die Wahrheit“ erzählt aus der Perspektive Anikas. Es sind zwei große Themenstränge – die Suche nach der eigenen familiären Identität und die Entwicklung einer queeren Liebesgeschichte – die diesen Spannungsroman besonders machen. Am Ende gibt es nicht nur einen Schuldigen und Verlierer, sondern viele Gewinner...