Klassik im Rathaus
Soldan und die Schlesischen Kammersolisten: Vivaldiana (18.03.2026)
Der 1964 geborene Pianist Christoph Soldan studierte bei Prof. Eliza Hansen und Christoph Eschenbach an der Hamburger Musikhochschule. Der Durchbruch zu einer regen, internationalen Konzerttätigkeit gelang durch eine gemeinsame Tournee mit Leonard Bernstein im Sommer 1989. Der weltberühmte Dirigent äußerte sich über Christoph Soldan: „Ich bin beeindruckt von der seelischen Größe dieses jungen Musikers.“ Seitdem hat Soldan innerhalb zahlreicher Tourneen mit namhaften Orchestern in ganz Europa konzertiert. Tournee mit Klavierabenden im Oktober 1997 in Mexico und weiteren Ländern Mittelamerikas. Im August 1998 Debut in Salzburg und im Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie, im Mai 1999 im Leipziger Gewandhaus. Im März 2000 drei Klavierabende in Japan. Rundfunk- und Fernsehproduktionen beim Hessischen Rundfunk, dem Deutschlandfunk, bei SWR, ORF und ZDF. Der Bayerische Rundfunk zeichnete seinen Klavierabend in der Münchner Residenz im Oktober 1998 und sein Konzert in den Musiktagen Bad Brückenau im Mai 1999 live auf. Weitere Live- Mitschnitte bei Radio Bremen und dem Bayerischen Rundfunk im Sommer 2002. Von 1996 bis 2006 spielte Christoph Soldan sämtliche Klavierkonzerte Mozarts zusammen mit Cappella Istropolitana, dem Südwestdeutschen Kammerorchester Pforzheim und der Schlesischen Kammerphilharmonie Kattowitz ein. Der Konzertzyklus wurde im Januar 2006 mit den Klavierkonzerten für 2 und 3 Klaviere abgeschlossen.
Das Pas de Deux für Tanz und Klavier – „Momente eines Lebens“ - entwickelte er zusammen mit der Tänzerin und Choreographin Stefanie Goes. Dieses abendfüllende Bühnenwerk erlebte im Mai 2000 seine Premiere in Stuttgart und hat sich seitdem stetig verändert. Es entstanden bis heute insgesamt 7 unterschiedliche Versionen. Seit dem Jahr 2000 arbeitete Christoph Soldan regelmäßig mit dem Schriftsteller Peter Härtling zusammen, mit dem er gemeinsam Lesekonzerte aufführte. Im Frühjahr 2001 Klavierabende in Hamburg und Berlin sowie Konzerte im Rahmen des Prager Frühlings und mit der Baden- Badener Philharmonie. Im September 2002 Live – Einspielungen im Augsburger Mozartsommer und im Kloster Maulbronn. Im Januar 2004 Premiere des neuen Tanzstücks „Etwas von Menschen und Engeln“, anschließende Tournee durch Südafrika. Seit 2007 Tätigkeit als Dirigent im Zusammenhang mit der Aufführung der Klavierkonzerte Bachs und Mozarts. Aktuell stehen Klavierabende, Lesekonzerte, Konzerte für Kinder, verschiedene Tourneen mit insgesamt 5 Klavierkonzerten Mozarts, Brahms Klavierquintett opus 34, Schuberts „Forellenquintett“, Chopins e- moll Klavierkonzert, Ravels G- Dur Konzert in Bulgarien, Ungarn, Mazedonien, Deutschland, Italien, Spanien, Frankreich, Belgien und Österreich auf dem Spielplan.
1994 gründete Christoph Soldan ein Kammermusikfestival im Hohenloher Land: die Schubertiade auf Schloß Dörzbach, deren Leiter er bis 2007 war. 2007 eröffnete er ein eigenes Theater in Dörzbach an der Jagst, in dem diese Konzertreihe bis 2023 fortgesetzt wurde. Christoph Soldan ist künstlerischer Leiter mehrerer Konzertreihen innerhalb Deutschlands wie zum Beispiel der „Meisterkonzerte Bacharach“, des „Goldenen Oktobers Schwandorf“ sowie der Kammerkonzerte Deggendorf. Die Deutsche Presse beschreibt Christoph Soldan als eine Künstlerpersönlichkeit, die sich im Gegensatz zu einer rein technisch- virtuosen Ausrichtung mit der geistigen Dichte und der seelischen Dimension eines Kunstwerkes auseinandersetzt. Dieser Anspruch an die Musik und an sich selbst ist heutzutage recht selten geworden.
Die Schlesischen Kammersolisten (Kattowitz)
Darius Zboch (Violine), Jakub Lysik (Violine), Jaroslaw Marzec (Viola), Katarzyna Biedrowska (Violoncello), Dawid Lewandowski (Kontrabass)
Das Kwintet Śląskich Kameralistów vereint die Stimmführer der Schlesischen Kammerphilharmonie (Śląska Orkiestra Kameralna) aus Kattowitz. Alle Musiker sind ausgezeichnete Instrumentalisten, deren Ausbildung an verschiedenen Musikhochschulen in Polen und Deutschland stattfand. Im Juli 1993 zunächst als Quartett gegründet, wurde es später um einen Kontrabass erweitert. Aufgrund des hohen künstlerischen Niveaus avancierte das Quintett in seiner Heimat in Oberschlesien schnell zum führenden Kammermusikensemble. In der Folge fanden Konzertreisen statt, die das Ensemble in zahlreiche Festivals sowohl in Polen als auch in ganz Europa führte. So trat das Quintett mit großem Erfolg im Schleswig-Holstein Musik Festival, MDR Musiksommer und im Rheingau Musik Festival auf. Eine Zusammenarbeit ergab sich seither mit vielen hervorragenden Dirigenten und Solisten wie Krzysztof Penderecki, Yehudi Menuhin, Valery Gergiev, Christoph Eschenbach, Justus Frantz, Pinchas Zuckerman, Maxim Vengerov, Mscislav Rostropovich, Christoph Soldan und Orchestern Sinfonia Varsovia, Sinfonietta Cracovia, Menuhin Festival Orchestra, Deutsches Kammerorchester, Philharmonie der Nationen.
Eine Besonderheit des Quintettes ergibt sich aus der Tatsache, dass der Konzertmeister, Dariusz Zboch, gleichzeitig auch ein großartiger Komponist und Arrangeur ist. Sein Werk, das auf CD erschienen ist, ist ein Zyklus von Bearbeitungen der Goldenen Hits aus den 60-er und 70-er Jahren aus dem Repertoire von Procol Harum, Queen, Pink Floyd, Elvis Presley, The Beatles, Abba oder Deep Purple. So führt das Ensemble in seinem Repertoire neben den großen Werken der klassischen Musikliteratur auch andere Musikgattungen, die Dank der besonderen Begabung seines Primarius zur Aufführung gelangen können. Seine neueste Komposition, VIVALDIANA, ist ein 4-sätziges Klavierkonzert auf Basis der 4 Jahreszeiten Vivaldis, ein Cross-Over-Projekt für Musikliebhaber, die neben klassischer Musik auch Pop, Rock, Swing oder Jazz lieben. 2026 und 2027 finden außerdem mehrere gemeinsame Tourneen mit dem deutschen Pianisten Christoph Soldan durch mehrere Länder Europas statt, in deren Verlauf unter Anderem zwei Klavierkonzerte Mozarts, Schuberts Forellenquintett, Brahms Klavierquintett opus 34 zur Aufführung gelangen werden.
ZORIA TRIO (07.10.2025)
Das Zoria Trio: Charlotte Kuffer (Flöte), Irena Josifoska (Violoncello), Viktor Soos (Klavier)
Im moderierten Programm "Klassik meets Tango" vereint das Trio impressionistische Klangmalerei und bezaubernd schöne Melodien mit schwungvollen und virtuosen Elementen aus Südamerika und dem Jazz. Mal führt die Musik in eine Operette, mal erklingen lyrische Passagen, gefolgt von rhythmischen Tänzen.
Hier ist für jeden etwas dabei!
Zur Aufführung gelangen die folgenden Werke:
- Carl Maria von Weber: Trio für Pianoforte, Flöte und Violoncello op. 63 g-Moll
- Philippe Gaubert: „Trois Aquarelles“
- Astor Piazzolla: Aus: „Las Cuatro Estaciones porteñas“ - „Die Vier Jahreszeiten“: Invierno porteño - Der Winter, Primavera porteña - Der Frühling
- Nikolai Kapustin: Trio für Flöte, Cello und Klavier op. 86
Charlotte Kuffer studiert derzeit am Mozarteum Salzburg bei Michael Martin Kofler, davor an der Hochschule für Musik und Theater München bei Andrea Lieberknecht. Anlässlich ihrer besonderen Erfolge beim Bundeswettbewerb Jugend musiziert wurde sie mit einem Förderpreis der Marie-Luise Imbusch-Stiftung sowie dem NDR-Kulturförderpreis für Junge Künstler ausgezeichnet. Im Duo mit Max Vogler erhielt sie beim Internationalen Wettbewerb Concertino Praga 2015 in Tschechien eine „Honorable Mention“, 2016 erzielte sie einen 3. Preis in ihrer Altersgruppe beim „1. Rising Star Grand Prix Berlin“ und 2022 instrumentalübergreifend den 1. Preis des Gasteig Musikwettbewerbs. Beim Deutschen Musikwettbewerb 2024 wurde sie mit einem Stipendium ausgezeichnet und in die Konzertförderung Deutscher Musikwettbewerb aufgenommen. Die Flötistin debütierte solistisch u. a. beim Usedomer Musiksommer, im Rahmen der Musikfeste auf dem Lande beim Schleswig-Holstein Musik Festival und mit dem Philharmonischen Orchester Heidelberg beim Schwetzinger Mozartfest. 2020 hatte Charlotte Kuffer einen Zeitvertrag für 2. Flöte und Piccolo am Staatstheater Kassel inne. Weitere Orchestererfahrung sammelte sie u. a. als Aushilfe an der Soloflöte im Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks, am Staatstheater Kassel und im Münchener Kammerorchester. In der Saison 2022/2023 spielte sie als stellvertretende Soloflötistin an der Staatsoper Hannover. Seit 2024 hat sie die Position der Soloflöte am Nationaltheater Mannheim inne. Foto: Clara Sophie Groß
Die serbisch-ungarische Cellistin Irena Josifoska (geb. 1996) gewann bedeutende Preise bei nationalen und internationalen Wettbewerben, darunter der 1. Preis beim Domenico-Gabrielli-Wettbewerb in Berlin, der Prix Jean-Nicolas Firmenich – als Akademistin des Verbier Festivals und die Ehrenurkunde beim Grand Prix Emanuel Feuermann (mit Debüt im Saal der Berliner Philharmonie). Sie war die jüngste Semifinalistin des Königin-Elisabeth-Wettbewerbs 2017 in Brüssel und „Artist in residence” bei der Queen Elisabeth Music Chapel in Brüssel für Kammermusik. Seit der Saison 2022/2023 ist sie Stipendiatin der Stiftung Villa Musica Rheinland-Pfalz. Irena Josifoska studierte an der Hochschule für Musik Detmold in der Klasse von Xenia Jankovic und absolvierte ihr Master-Studium an der Universität der Künste in Berlin bei Jens-Peter Maintz, wo sie seit 2022 im Konzertexamen studiert. Sie spielt regelmäßig Konzerte und Rezitals in Europa, USA und Mexiko. Als Solistin wurde sie bereits von namhaften Orchestern, wie der Deutschen Sinfonietta Berlin, dem Philharmonischen Orchester Hagen und der Kaunas Philharmonie begleitet. Als Kammermusikerin spielte sie mit Albrecht Mayer, Guy Braunstein, Alexander Sitkovetsky, Sacha Rattle und Vadim Gluzman zusammen. Komponisten wie Tibor Hartig, Dejan Despic, Svetozar Sasa Kovacevic, Aleksandar Vujic und Günter Puzberg widmeten ihr Kompositionen. Foto: Vita Kan
Der Pianist Viktor Soos gilt als einer der herausragenden Musiker seiner Generation. Er gastiert regelmäßig u. a. im Gewandhaus zu Leipzig, in der Elbphilharmonie Hamburg, der Laeiszhalle Hamburg, der Philharmonie Essen und dem Beethoven-Haus Bonn. Konzertreisen führten ihn u.a. nach Japan, nach Argentinien, in die USA, nach Russland und nach Chile. Als Solist konzertierte er mit Orchestern wie der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, dem Stuttgarter Kammerorchester, den Brandenburger Symphonikern und den Lübecker Philharmonikern. Viktor Soos gibt regelmäßig Meisterkurse im In- und Ausland und konzertierte bereits mit renommierten Künstlerpersönlichkeiten wie mit Stargeigerin Midori oder der Klarinettistin Sabine Meyer. Viktor Soos erhielt zahlreiche Preise bei nationalen und internationalen Wettbewerben. Er gewann den 2. Preis beim renommierten Europäischen Klavierwettbewerb in Bremen 2024 und ist Preisträger des Internationalen Robert-Schumann-Wettbewerbs 2021 in Zwickau. Vom Deutschen Musikrat wurde er 2017 als Finalist beim Deutschen Musikwettbewerb ausgezeichnet und in die Bundesauswahl Konzerte Junger Künstler (BAKjK) aufgenommen. 2014/15 war er Jungstudent an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main in der Klavierklasse von Oliver Kern. Von 2015 bis 2021 studierte er an der Musikhochschule Lübeck Klavier bei Konrad Elser. Seit 2021 studiert Viktor Soos an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover in der Klasse von Bernd Goetzke. Foto: Georg Tedeschi
Bernstein-Trio (04.04.2025)
Das Bernstein Trio gründete sich 2022 und besteht aus Roman Tulchynsky (Violine), Marei Schibilsky (Cello) und Julia Stephan (Klavier). Die MusikerInnen lernten sich am Musikgymnasium Carl Philipp Emanuel Bach Berlin kennen und studieren inzwischen an der Universität der Künste Berlin beziehungsweise der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin. Als Ensemble erhalten sie Unterricht bei Jonathan Aner.
Das Bernstein Trio fuhr auf diverse Meisterkurse in Deutschland, Frankreich und der Schweiz und arbeitete mit Künstlern wie Antoine Tamestit, Valentin Erben, Dirk Mommertz, dem Artemis Quartett, dem Vogler-Quartett u.a. Es debütierte im Sommer 2023 beim Rheingau Musik Festival und erhielt dort den Förderpreis der HA Hessen Agentur GmbH. Beim Deutschen Musikwettbewerb 2024 wurde das Trio gepaart mit einem Stipendium in die Konzertförderung Deutscher Musikwettbewerb aufgenommen und mit einem Sonderpreis der Freunde junger Musiker Meerbusch Düsseldorf e.V. ausgezeichnet.
Seit 2022 ist das Bernstein Trio Mitglied des Vereins Yehudi Menuhin Live Music Now Berlin. Alle Mitglieder des Ensembles sind StipendiatInnen der Studienstiftung des deutschen Volkes.
Foto: © Clara Evens
Programm: Anfängerglück
In diesem Programm sollen uns drei geniale Komponisten aus drei verschiedenen Jahrhunderten begegnen, die alle bereits in Jugendjahren ihr erstes Klaviertrio zu Papier brachten und sich auf beeindruckend originelle und reife Weise unserer Gattung widmeten.
Wir eröffnen mit Beethovens Opus 1, Nr. 1, das geistreich und verspielt dessen kompositorische Meisterschaft in der Klaviermusik unter Beweis stellt. Die drei Klaviertrios Opus 1 zeigen einen durchaus progressiven Beethoven, der in seiner frühen Schaffensphase noch viele Parallelen zu Mozart aufzeigt, jedoch hier in Themenbehandlung und großer Form schon typische Charakterzüge seines späteren Kompositionsstils durchblicken lässt. Auf den lebhaften, motivisch ausgefeilten Eröffnungssatz folgt ein klangverliebtes Adagio im Dreiertakt, nach dem anstelle des Menuettos ein energisches Scherzo den Weg ins Finale bereitet, das verschmitzt und virtuos durch allerlei Tonarten rauscht und schließlich zurück nach Es-Dur findet.
Schostakowitsch schrieb sein erstes, zu Unrecht relativ unbekanntes Klaviertrio, mit siebzehn Jahren. Das einsätzige Stück weist, ähnlich wie bei Beethoven, schon einige Anzeichen der späteren Tonsprache Schostakowitschs auf. Wenngleich sich zeitweise sehr romantische Klangwelten auftun, hält das Werk auch schroffe Themen und ein klagendes Leitmotiv bereit. Schostakowitsch ist schon als Jugendlicher unverkennbar und führt uns hier auf eine packende Reise in c-Moll.
Das dritte Stück in unserem Bund der ersten Klaviertrios ist (zurecht) ein absoluter Klassiker:
Obwohl Johannes Brahms als großer Bewunderer Beethovens Zeit seines Lebens den Vergleich mit "Meister Ludwig" fürchtete und sich deshalb erst spät an seine 1. Sinfonie wagte, nahm er sich bereits sehr früh, wie auch sein großes Idol, der Besetzung des Klaviertrios an und schrieb 1856 die erste Fassung seines Opus 8. Das Frühwerk erfuhr viel später nochmals eine Überarbeitung, die bis heute die gängigere blieb. In unserem Programm soll ebenfalls die Spätfassung erklingen, die sowohl einen lebhaft jungen, als auch einen genialisch gereiften Brahms zeigt. Der selbstkritische Komponist nahm vor allem im ersten und vierten Satz formale und thematische Änderungen an seinem farbigen Jugendwerk vor und rundete es zu einem Monumentalwerk der Kammermusik ab. Jeder der vier Sätze eröffnet uns eine eigene Welt der Klangempfindung und Charaktervielfalt, doch vereint ergeben sie ein vollkommenes, leidenschaftliches Werk entwaffnender Schönheit.
Anfängerglück? Nein - von Beginn an meisterhaft!