In seinem im März 2025 erschienen Buch, das mit vollem Titel "Die verunsicherte Nation - Vielfalt und Migration - eine andere Geschichte Deutschlands" heißt, wirft der Historiker und Journalist von Hellfeld einen "anderen" Blick auf das Konstrukt des Deutschen. Einführend beschreibt er auf seiner Website:
"Die Frage, wo wir Deutschen und wo die Europäer eigentlich herkommen, ist von jeher für von Forschung und Wissenschaft von großem Interesse gewesen. „Die Deutschen und ihre historische Herkunft“ ist ein Thema, das in nahezu allen denkbaren Varianten beschrieben worden ist. Die einen lassen „die Deutschen“ vor rund 1000 Jahren auf der Weltbühne erscheinen und attestieren ihnen eine „erfolgreiche Geschichte“. Die anderen stützen sich zum Beispiel auf den römischen Geschichtsschreiber Tacitus, in dessen „Germania“ der Anfang der Germanen in die Zeit der griechischen Mythologie verlegt wird. Beides ist falsch und dient allenfalls der Konstruktion von Mythen, die etwa bei Tacitus den kampfesmutigen, trinkfesten und uneingeschränkt loyalen germanischen Waldbewohner entstehen lassen. Wieder andere nutzen die Stämme der Germanen zur willkürlichen Herleitung einer „Volkskultur“, die antike Germanen und zeitgenössische Deutsche miteinander verbindet. Der Tübinger Althistoriker Mischa Meier stellt dazu treffend fest, dass dies zwar romantisch und attraktiv ist, aber dennoch jeglichem empirischen Befund widerspricht. Die Verschmelzung von „Germanen“ und „Deutschen“ zu einem über die Zeiten hinweg agierenden Volk bietet lediglich Verklärungen auf vermeintliche Heldentaten oder Ereignisse, die sich in Zeiten eines zunehmenden Nationalismus bestens instrumentalisieren lassen.
Genetisch betrachtet sind die Europäer – und damit natürlich auch die Deutschen - Produkt einer vor rund 40.000 Jahren begonnenen Wanderungsbewegung, die zigtausend Menschen auf der Suche nach Nutzflächen für Ackerbau und Viehzucht von Afrika, aus Anatolien oder der russischen Steppe nach Europa brachte. Diese Migration steht am Anfang der Geschichte des europäischen Kontinents und aller Einwohner, die er beherbergt. Von dieser Migration sind die Völker Europas in ihren Wurzeln geprägt worden. Neben der Suche nach neuen und besseren Lebensräumen verließen die Menschen ihre Siedlungsgebiete nach Unwetterkatastrophen, wegen kriegerischer Ereignisse oder weil ihre Gruppe nach einer neuen Bleibe Ausschau halten wollte. Eine lineare Entscheidungslogik schließt sich angesichts dieser Erkenntnis aus. Migration hat Europa geprägt und war für die Zeitgenossen aller Epochen eine spürbare und normale Tatsache, die mal mehr, mal weniger Probleme verursacht hat." (abgerufen 21.07.2025: https://www.geschichtsdoc.de/buecher/die-verunsicherte-nation/)